Im ersten Teil ging es um die Auswirkungen und unterschiedlichen Qualitäten von Schmerzen. Wir haben unterschieden zwischen somatisch und viszeralem Schmerz. Wie aber funktioniert Schmerz denn eigentlich? Und was passiert als Folge von Schmerzen in meinem Körper sind Themen, denen wir im vorliegenden zweiten Teil nachgehen wollen.

 

Wie funktioniert Schmerz?

Schmerz ist zu 100% eine Antwort des Gehirns auf einen äußeren Reiz. Es gleicht permanent ab, ob Gefahr für uns besteht. Dadurch reagiert es im Gefahrenfall mit einem Schmerzsignal. Unsere Reaktion darauf ist Schutz und Sicherheit in Ruhe, Schonung und Vermeiden von Belastung der Region, die schmerzt zu suchen. Ist das Gewebe wieder geheilt oder die Gefahr vorüber, besteht häufig eine veränderte Wahrnehmung der ursprünglich gefährdeten Region. Das Gehirn hält seine Schutzmechanismen durch die Übertragung von Schmerzsignalen aufrecht.

Wir wissen heute, das mindestens 12 Hirnbereiche bei Schmerzen betroffen sind. Jeder Bereich hat seine eigene Aufgabe. So regelt zum Beispiel ein Teil die emotionale Verarbeitung von inneren und äußeren Informationen. Ein anderer die hormonelle Lage und damit auch das Immunsystem. Wieder ein anderer trifft rationale Entscheidungen und plant voraus usw.

Wenn das Schmerzsignal, wie beschrieben, aufrecht erhalten bleibt, dann betrifft es auch diese zwölf Hirnbereiche. Damit hat es Auswirkungen auf all die Funktionen, die diese Bereiche ausführen. Wir sehen also eine Veränderung der emotionalen Lage einer Person, ebenso wie des Immunsystems und die Fähigkeit vorausschauend rational zu planen uvm.

Das Gehirn entscheidet sich damit auch Energie zu sparen. Der Spielraum für Aktivität wird reduziert, obwohl das ursprünglich Verletzte oder gefährdete Gebiet keine Probleme mehr verursacht. Die Schonung sorgt nun für das tatsächliche Problem.

Wie man aus diesem Teufelskreis wieder herauskommt erfahren Sie im nächsten Teil dieser Serie.