Menschen sind Schweine

…und was das mit unserem Essen, Rheuma und Allergien zu tun hat…

Im Moment wird viel diskutiert über Fleischkonsum und seine Folgen aus ethischer, ökologischer und nicht zuletzt aus gesundheitlicher Sichtweise. Befürworter von Fleischkost, wie auch Kritiker aus der vegetarischen oder veganen Richtung haben bemerkenswerte Untersuchungen vorzuweisen.

Häufig geht es bei dem Thema Gesundheit und Fleischkonsum um Medikamentenrückstände im Fleisch, um den Gehalt an essentiellen Fettsäuren oder den Proteinanteil.

Allmählich rückt aber auch eine andere Substanz ins Rampenlicht die seit Ihrer Entdeckung 1985 nur wenig Beachtung fand. Die Sialinsäure. Ursprünglich hielt man sie für eine unnütze Verbindung aus Aminosäure und Zucker. Nun verdichten sich aber die Hinweise dahingehend dass sie das Verhältnis von Mensch und Tier neu definieren könnte.

Um diese Zusammenhänge besser zu verstehen, ist ein wenig Kenntnis unserer Abwehrkräfte nötig.

Ein Immunsystem arbeitet höchst effektiv wenn es um den Schutz unseres Körpers vor schädigenden Substanzen (Viren, Bakterien, etc.) geht. Im optimalen Fall wird es kurzzeitig aktiviert um einen Entzündungsprozess zur Beseitigung der schädlichen Substanzen zu initiieren. Leider läuft es nicht immer so optimal, wie z.B. bei Autoimmunerkrankungen (Rheuma, Psoriasis, Allergien, Asthma, Morbus Crohn, etc.). Aber auch Depressionen und Gefäßverkalkung, bei denen chronische Mikroentzündungen durch ein ständig aktives Immunsystem bestehen bleiben. Der Körper greift sich selbst an.

Unser Körper besitzt aber auch Substanzen die unser Immunsystem beruhigen können. Sie werden von allen Körperzellen gebildet und man nennt sie SIGLECS (inhibitory-sialic-acid-recognizing IG-superfamiliy lectins). Die SIGLECS bilden dabei ein Erkennungssystem auf jeder Körperzelle, um diese als Freund oder Feind für das Immunsystem einstufen zu können. Je mehr SIGLECS eine Zelle besitzt, desto toleranter ist sie im Umgang mit körperfremden Substanzen.

Unser Immunsystem ist generell überaktiv. Dies war entwicklungsgeschichtlich notwendig! Es musste uns gegen Erreger von außen schützen und das geht eben mit einem überaktiven Immunsystem besser als mit einem gehemmten Immunsystem. Nur so konnten wir neue Regionen der Erde (und damit auch andere Nahrungsmittel verzehren) bevölkern ohne sofort an Seuchen und anderen Infektionen zu sterben. Nur so konnten wir uns an neue Umgebungen anpassen.

Ein Beispiel: Ein Baby im Mutterbauch befindet sich in einer absolut keimfreien und hochsterilen Umgebung. Sein Immunsystem muss überaktiv sein, in dem Moment wenn es geboren wird. Denn in dem Moment wo es den Schutz des Mutterbauchs verlässt, kommt es in eine Umwelt die voll von Erregern und Keimen ist. Es muss also vorab gewappnet sein!

Wir können also davon ausgehen, dass unser Körper problemlos mit Viren, Bakterien und Co fertig wird. Nun stellen Wissenschaftler aber immer mehr Erreger-Belastungen bei den oben genannten Erkrankungen fest. Man findet diese Erreger bei den Krankheitsbildern in dafür typischen und betroffenen Geweben.

Wenn also unser Immunsystem so effizient gegen diese Erreger vorgehen kann, warum gelangen diese dann trotzdem in unser Körpergewebe?

Eine sehr heiße Spur führt zu dem Verhältnis von Mensch und Tier. Menschen können die SIGLECS Untergruppe Neu5AC herstellen. Tiere die Untergruppe Neu5AC und Neu5GC. Beide haben die Aufgabe das Immunsystem seines Trägers herunterzufahren- es zu beruhigen. Nun fanden Wissenschaftler heraus, dass wenn wir tierische Zellen essen, wir dieses tierische Neu5GC mitaufnehmen und in unsere Zellen einbauen! In unser Gehirn, unsere Hoden, unsere Placenta, Bauchspeicheldrüse, Leber etc. Es bedeutet also, dass wir kleinste molekulare Teilchen eines gegessenen Tieres in unserem Gewebe einbauen. Menschen sind also doch Schweine! Oder auch Rindviecher, ganz wie Sie mögen oder was auf Ihrem Speiseplan steht. Übrigens, schon in der alten traditionellen chinesischen Medizin werden die Organe der Tiere gegessen die man bei sich selbst heilen und stärken möchte. Die alten Ärzte hatten also vor 5000 Jahren schon so eine Ahnung.

Welche Auswirkungen hat das für uns, wäre nun die logische Frage.

Das tierische Neu5GC ist körperfremd und unser Immunsystem wird es nun bekämpfen. Aber da es sich ja nun auch in unseren Zellen befindet, wird das Immunsystem auch unsere eigenen Zellen angreifen. Eine Autoimmunreaktion (- Erkrankung) entsteht.

Nun können sich aber auch andere Substanzen (sog. Lectine) aus Pflanzen (wie z.B. von Nüssen, Äpfeln, etc.) an dieses tierische SIGLECS binden. Nun produziert unser Körper Immunzellen gegen NEU5GC, das Körpergewebe in dem es eingebaut ist und gegen den Nahrungsstoff (aus Nüssen, Äpfeln etc.). Wir bekommen Allergien gegen die eigentlich ältesten Nahrungsmittel unserer Entwicklungsgeschichte.

Lösungsstrategien hierfür gibt es. Wie so oft sind diese individuell und von verschiedenen Faktoren abhängig. Gerne beraten wir Sie bei Bedarf persönlich.

Wir von Spielraum hoffen, dass Ihnen unser zugegeben nicht ganz einfach zu verdauender Artikel gefallen hat. Über Ihren Kommentar oder ein Weiterleiten an Freunde und Bekannte die es vielleicht betrifft würde uns sehr freuen!

Ihr Timo Bartel… von Spielraum

P.S.: Anfang 2015 startet unsere Akademie „Spielraum+“, in der wir u.a. eine Ausbildung in Sachen Ernährung anbieten. Besucht werden kann diese Ausbildung von jedem, der Interesse hat, seine Gesundheit in die eigenen Hände zu nehmen. Ganz egal ob Laie, Patient oder Trainer. Wir halten Sie auf dem Laufenden!